Selcuk – Kusadasi Türkei

Heute Freitag verlassen wir den bei Pamucak direkt am Strand liegenden Campingplatz und beabsichtigen eigentlich zurück nach Selcuk zu dislozieren.

Der am Rande von Selcuk liegende Platz verspricht eine bequeme Nähe zur Stadt. Gerad richtig um unsere Essensvorräte aufzufrischen und vielleicht noch die dortige Burg zu besichtigen.

Unser Navi führt uns in eine Sackgasse östlich der Burg. Ein Einheimischer rät uns zu wenden und nördlich des Burghügels diesen zu umfahren. Von einem katastrophalen „Fuss- und Wanderweg“ sagte er nichts, jedenfalls muss er ja bemerkt haben, dass wir mit einem Camper und nicht zu Fuss oder mit einem Eselskarren unterwegs waren.
Als wir den schlechten Weg sahen, fragten wir nochmals einen Einheimischen. Dieser bestätigte unsere Richtung. Also fuhren wir weiter.

Auf der linken den mit Gestrüpp überwachsenen Burghügel und auf der rechten Seite ein mit Gras überwachsenes Bord gestützt von einer nicht vertrauenserweckenden Trockensteinmauer. Die etwa 4 Meter hohe Mauer grenzte tatsächlich an den Campingplatz. Nur konnte bis anhin unser Camper weder fliegen noch wollten wir es ihm zumuten. Der naturbelassene Weg muss schon manches Unwetter erlebt haben, denn teils fehlten in der Mauer ganze Steinblöcke. Heidy auf der Abhangseite sitzend sah sich bereits abstürzen und unser Camper schaukelte sich zudem derart von einem tiefen zum nächsten Loch in der Strasse bzw. in der Mauer auf, dass ich trotz 1. Gang immer wieder dachte ich könnte aufsitzen und schliesslich überhaupt nicht mehr vorwärts kommen.

Zusammenfassend waren diese etwa 150 Meter der Horror für uns und unser Fahrzeug und wir schworen uns, keinem Einheimischen mehr über den Zustand einer Strasse zu trauen. Ein Hightech- Fahrzeug mit Klimaanlage ist eben kein türkischer Mulikarren und wo ein Mulikarren längst noch nicht an seine Grenzen stösst kann ein moderner Camper Totalschaden erleiden. Ausser ein paar Kratzer an der linken Carrosserieseite und am Unterboden verlief das Abenteuer für uns aber diesmal ohne grössere Konsequenzen ab. In Zukunft werden wir den Weg selbst zu Fuss abschreiten. Zwar nicht mit einer roten Fahne wie dies im Kanton Graubünden zu Beginn des Automobils 1905 Vorschrift war sondern mit gebirgsfähigen und schlangenfesten Schuhen.

Ein kurzes Telefon mit unserem türkischen Handy mit der Vodofon-Nummer 54 3795 3667 an unsere Freunde sollten sie vor den Gefahren bei der Zufahrt zum Camping von Selcuk informieren. Nicht verwunderlich hatten sie kaum Gäste und auch dem Swimmingpool fehlte das notwenige Wasser zum „swimming“.

Sofort verlassen wir diesen unwirtlichen Ort und verzichten heute für den Einkauf und die Burgbesichtigung. Dass es auch noch eine südwestliche Zufahrt direkt durch die Altstadt zum Camping gibt wissen wir nun. Es wäre wesentlich gefahrloser gewesen.

Die Zufahrt zum Camping Oender in Kusadasi war heute ebenfalls mit Hindernissen gespickt. Dem richtungsgetrennten Bulevard wird heute neu das Bett gemacht und morgen kann geteert werden. Einzig die etwa 15 cm hohen Bordsteinkanten müssen mit vorgelegten Brettern abgeflacht und dem Trottoir noch etwas Kies aufgeschüttet werden dann haben wir unser heutiges Ziel erreicht.

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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