Portugal vor dem Kollaps

Früher war Portugal eine stolze Seefahrer-Nation. Heute ist es ein strukturschwaches Land welches über seine Verhältnisse lebte und Milliarden-Schulden anhäufte. Drastische Sparmassnahmen sollen nun einen Staatsbankrott verhindern.

Doch die Opposition hat am vergangenen Mittwochabend – wenige Stunden vor Beginn des EU-Gipfels in Brüssel – ein Sparpaket der Minderheitsregierung zurückgewiesen. Alle Parteien der Opposition votierten gegen die Vorschläge, die unter anderem eine Einfrierung der niedrigsten Mindestrenten und weitere Sozialkürzungen vorsah. Darauf trat Ministerpräsidet Sócrates zurück.

Prompt stieg die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen am vergangenen Montag auf Rekordwerte von mehr als acht Prozent. Für Anleihen mit Laufzeiten von fünf Jahren verlangten Investoren sogar bis zu 8,7 Prozent. Bei zwei Jahren waren es immer noch 7,3 Prozent. Die Ratingagentur Standard & Poor’s hatte zuvor die Noten von fünf portugiesischen Banken gesenkt und damit den Druck auf die Regierung in Lissabon erhöht internationale Finanzhilfe in Anspruch zu nehmen.

News: Portugal und Griechenland wurden heute von Standard & Poor’s ein weiteres Mal herabgestuft. Die Agentur befürchtet, dass eine Umschuldung von Krediten Voraussetzung für EU-Hilfen sein könnte. Hintergrund ist das am Wochenende auf dem EU-Gipfel beschlossene Massnahmenpaket zum Schutze des Euro.

ECO vom 28.03.2011

Die Sätze stehen einerseits für das Risiko eines Staatsbankrotts und im Fall der Renditen von Staatsanleihen auch für die Zinskosten bei weiteren Mittelaufnahmen über die Märkte.

Kein einziger Satz ist gesunken, alle sind gestiegen. Was ist erneut schiefgegangen?

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