Christoph Blocher und sein „Glaube“

Christoph Blocher 2004Ururgrossvater Johann Georg Blocher war als Prediger aus dem Königreich Württemberg eingewandert und 1861 im Kanton Bern eingebürgert worden. Auch Blochers Vater und zwei seiner Geschwister waren in der Seelsorge tätig.

Christoph wurde als siebtes von elf Kindern der Pfarrfamilie Wolfram und Ida Blocher-Baur im Oktober 1940 geboren und ist in Laufen am Rheinfall aufgewachsen. Sein Vater war von 1933 bis 1959 Dorfpfarrer. Dann wurde er abgewählt.

SVP-Vize Blocher bezeichnet sich gerne als „Superschweizer“ und nicht wie viele Andersdenkende sogenannte „Papierschweizer“. ER glaubt gar, die SVP-Parteizentrale müsse entscheiden, wer noch Schweizer sei und wer nicht. Er meint, dass jene schlicht und einfach nicht hierher gehörten und will ihnen deren Nationalität absprechen.

Blenden wir doch kurz zurück:
Sein Ururgrossvater Johann Georg hätte also nie und nimmer eingebürgert werden dürfen, bzw. hätte es bereits eine SVP gegeben sofort wieder ausgeschafft werden müssen. Uns Schweizern wäre damit vielleicht vieles erspart geblieben, weil die im Glauben verwurzelte Familie Blocher im Königreich Würtemberg hätte weiter wirken müssen und nicht hier.

Aehnlich wie sein Vater als Dorfpfarrer wurde Christoph Blocher als Bundesrat ebenfalls nicht wieder gewählt. Doch auch als älterer Herr ist sein Glaube immer noch stärker ausgeprägt als sein Wissen. Er legt dem Nationalbankpräsident Philip Hildebrand nahe baldmöglichst zurückzutreten. Sein Vorwurf, die Nationalbank habe mit dem Volksvermögen sinnlos spekuliert und riesige Verluste eingefahren. ER bzw. die SVP fordere jetzt eine Untersuchung.

Andere Wirtschaftspolitiker der SVP wollen nicht einmal kommentieren, ob sie dies ähnlich sehen? Hier herrscht offenbar Funkstille. Die SVP duldet in den eigenen Reihen keinen Widerspruch. Auch Hildebrand möchte sich zu Blochers Rücktrittsempfehlung logischerweise nicht äussern. Er meint nur: „Sinn und Zweck“ einer SNB sei eben nicht der Gewinn, sondern ein stabiler Franken.

Eine Schweiz nach Blochers Gnaden wäre mir ein Gräuel. Zu einer freiheitlichen Schweiz gehören nach meinem Empfinden Werte wie MEINUNGSVIELFALT und TOLERANZ. Glaube und Religion sollten wir jenen zubilligen, die davon etwas verstehen und Politiker sind eben keine Seelsorger.

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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