CAN Bus im Reisemobil (Controller Area Network)

Um die teilweise über 2 km langen Kabelbäume in Fahrzeugen zu reduzieren bzw. zu verkürzen und damit Gewicht zu sparen, wurde 1983 von Bosch und Intel ein asynchrones, serielles Bussystem entwickelt. Damit war es auf einen Schlag möglich, durch die Vernetzung von Steuergeräten über verkürzte Leitungen dieselben digitalen Informationen zu verteilen wie über einen sehr langen Kabelbaum.

Der CAN-Bus arbeitet nach dem CSMA/CR Verfahren, ähnlich wie bei der Vernetzung von Computern über Ethernet (CSMA/CD). Dabei werden Kollisionen beim Buszugriff durch die Bit-Arbitrierung aufgelöst.

Es wird zwischen einem Highspeed- und einem Lowspeed-Bus unterschieden. Bei einem Highspeed-Bus beträgt die maximale Datenübertragungsrate 1 Mbit/s, bei Lowspeed 125 kbit/s.

Der Objekt-Identifier kennzeichnet den Inhalt der Nachricht und nicht das Gerät. Zum Beispiel kann in einem Messsystem den Parametern Temperatur, gefahrene Kilometer und Geschwindigkeit jeweils ein eigener Identifier zugewiesen werden. Die Empfänger entscheiden anhand des Identifiers, ob die Nachricht für sie relevant sind oder nicht. Zudem dient der Objekt-Identifier auch der Priorisierung der Nachrichten.

Die Spezifikation definiert zwei verschiedene Identifier-Formate:
• 11-Bit-Identifier, auch „Base frame format“ genannt (CAN 2.0A)
• 29-Bit-Identifier, auch „Extended frame format“ genannt (CAN 2.0B).

Logo des CAN-Bus

Ein Teilnehmer kann Empfänger und Sender von Nachrichten mit beliebig vielen Identifiern sein, aber umgekehrt darf es zu einem Identifier immer nur maximal einen Sender geben, damit die Arbitrierung überhaupt funktioniert.

Jetzt endlich wird den Automobil-Interessierten bewusst, dass eine bislang unerklärliche Störung nichts mit dem mechanischen Endsystem aber viel mit der verwendeten Elektronik zu tun haben kann. Ein Bremssystem das immer wieder unmotiviert rattert oder ein Getriebe welches sich nur noch bis zum 2. Gang hochschalten lässt hat weder einen Bremsdefekt noch ein Getriebeschaden.

Adria Compact SL auf Fiat Ducato

Adria Compact SL

Auch das Reisemobil der Marke Adria Compact SL auf Fiat Ducato hat seit dem Typ x250 einen CAN Bus. Zum Programmieren wird das Fiat eigene Testgerät „Examiner“ benutzt. Falls eine Steuereinheit ausgewechselt werden muss, wird diese vom Bodycomputer ausgelesen und registriert. Derzeit lässt das System allerdings keine weiteren Funktionen zu, weil nur das Fiat Werk die Möglichkeit besitzt den Bodycomputer zu programmieren. Das heisst konkret, diejenigen Funktionen die das Werk bei der Herstellung im Bodycomputer hinterlegt hat kann auch ausgewechselt bzw. integriert werden. Muss ein neuer Bodycomputer als Ersatz beschafft werden, wird dieser nach den im Werk hinterlegten Daten genau gleich programmiert wie damals als Neufahrzeug. Alles funktioniert also wie vorher, auch die noch vorhandene Fernbedienung für die Zentralverriegelung.

Selbstverständlich hat der CAN Bus von Fiat auch eine Kontrolle aller Lampenfunktionen. Bei Reisemobilen der verschiedenen Hersteller kann es allerdings vorkommen, dass einzelne Lampen nicht korrekt in den CAN-Bus integriert sind.

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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