Von der Schmalspurbahn-Gesellschaft Landquart/Davos zur Rätischen Bahn

Albula-Bahn um 1910

Beim Bau der ersten Linie wurde von vornherein darauf Rücksicht genommen, dass sie nicht bloss als Lokalbahn, sondern als erstes Stück einer nach Italien führenden Alpenbahn angesehen wurde. Deshalb wurde auch die Schmalspurbahn mit 1 m Spurbreite durchgehend als Adhäsionsbahn mit maximal 4.5 % Steigung gebaut. Aus ästhetischen Gründen wurden die Brücken denn auch möglichst aus Stein gebaut. Nur in wenigen Fällen wurde von diesem Prinzip abgewichen und günstigere Eisenkonstruktionen verwendet.

Im Sommer und während eines Teils im Winter verkehrten Salonwagen auf dem Weg von Calais nach St.Moritz. Dieser Expresszug hatte nur Wagen 1. Klasse.

Bahneröffnungen von 1889 bis 1913

Schmalspurbahn-Gesellschaft Landquart Davos
9.10.1889 Landquart – Klosters
21.7.1890 Klosters – Davos

Dampf-Lokomotive System Mallet Nr 23 der RhB

Ab 1896 Rätische Bahn
Juli 1896 Landquart – Chur
Juli 1896 Chur – Thusis
1.7.1903 Thusis – Celerina
10.7.1904 Celerina – St.Moritz
1.7.1903 Reichenau – Illanz
1.7.1908 Samaden – Pontresina
1.7.1909 Davos – Filisur
1.8.1912 Ilanz – Disentis
1.7.1913 Bevers – Schuls-Tarasp

Die gesamte Strecke der Rätischen Bahn ist damit auf 277 km Länge angewachsen.

Betrieb
Der Betrieb geschah auf dem grössten Teil des Netzes mit Dampflokomotiven. Ende 1912 besass sie 51 Lokomotiven, 182 Personenwagen, 1 Krankenwagen, 35 Gepäckwagen, 497 Güterwagen und 1 Hilfswagen für die Hilfe bei Unfällen.

Lokomotiven
16 Tenderlokomotiven mit 3 gekuppelten Achsen, 30.2 bis 33.98 Tonnen Dienstgewicht
12 Doppel-Verbund-Tenderlokomotiven, System Mallet, 44.5 bis 47.32 Tonnen Dienstgewicht
6 Zweizylinder Nassdampf-Verbund-Lokomotiven mit 4 gekuppelten Achsen, 58.9 bis 67,4 Tonnen Dienstgewicht
13 Zweizylinder Heissdampf-Zwillings-Lokomtiven mit Tender, 67.6 Tonnen Dienstgewicht
2 elektr. Lokomotiven mit 4 gekuppelten Achsen, 34 Tonnen Dienstgewicht
2 elektr. Lokomotiven mit 4 gekuppelten Achsen und je einer Laufachse vorne und hinten, 54 Tonnen Dienstgewicht
(Die 4 elektrischen Lokomotiven dienen dem Probebetrieb für die damals im Bau begriffene Linie Bevers – Schuls)

Elektro-Lok der Eingadinbahn RHB-GE24 Nr. 222

Die Personenwagen waren fast durchwegs mit Toilette ausgerüstet und haben elektrische Beleuchtung mit hell brennenden Metallfadenlampen. Auf der Albulastrecke waren diese durchwegs eingeschaltet. Bei der Bergfahrt mussten auch im Sommer die Fenster geschlossen bleiben. Bei der Talfahrt wegen dem geringeren Rauch nicht.

Quellen-Hinweis: Die Rhätische Bahn – Praktischer Reiseführer durch das Schweizer Hochland Graubünden von H. Behrmann.
1912 Herausgegeben von der Direktion der Rhätischen Bahn in Chhur
Mit freundlicher Unterstützung von Sepp Süss, Kriens

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