Strömstad (S) – Göttingen (D) (1060km)

Bereits ein paar Minuten vor 04.00 Uhr bin ich wach und mache mich innerlich für die Fahrt nach Deutschland bereit. Etwas nach 4 Uhr musste auch Brigitte erwachen, was im Norden ganz einfach ist – Verdunklungsrollo auf und Tageslicht kommt herein, auch wenn es erst 04.00 Uhr ist. Die Sonne erwacht nämlich in Strömstad schon einige Minuten früher und auch während der Nacht ist es nie vollständig dunkel.

Wir trinken einen kurzen Kaffee und dann geht alles sehr schnell. Womo ab den Böcken fahren, Stromkabel einziehen, Abwasser entsorgen, Frischwasser fassen und Campingplatzschlüssel im Briefkasten einwerfen.
Und ab geht die Post, schnell nach Strömstad, entgegen den Anweisungen vom Navi, fahren und auf die E6. Nach den ersten 6 Kilometern ist es klar – Pech gehabt, in Strömstad gibt es nur eine Einfahrt nach Norden in Richtung Oslo. Es geht also schon gut los, umkehren und am Camingplatz wieder vorbei rauschen, dann auf die E6 S in Richtung Göteborg. Die E6 ist keine Autobahn, sondern nur eine gut ausgebaute Schnellstrasse. Erst einige Kilometer später ist die Autobahn wieder gebaut und befahrbar. Sie sind schon noch ein wenig hinter dem Mond, die guten Nordländer in Sachen Autobahn! Von Göteborg bis Oslo besteht noch keine durchgehende Autobahn, ebenso wenig wie von Oslo nach Stockholm oder von Oslo nordwärts ist nur ein kleines Stück fertig. Und ist man endlich auf einem Stück Autobahn ist es durchaus möglich, dass nur 80, 90 oder 100 signalisiert sind, obwohl gemäss offizieller Tempolimite 110 km/h zulässig wären.

Mehr oder weniger zügig fahren wir die rund 400 km bis Malmö mit einem Tankstopp durch, überqueren für 78 Euro die immer wieder faszinierende Öresundbrücke mit anschliessender Tunnel-Unterquerung des nachfolgenden Fjords.

Der Verkehr hat im Laufe des Morgens stark zugenommen, der Grund ist uns seit gestern leider bekannt. In Schweden ist Midsummer-Fest, das heisst Schul- und Arbeitsfrei vom Freitag bis Montag, zudem ist Sommerferienanfang in fünf deutschen Bundesländer, u.a. Bremen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Ein Superstart für unsere Rückreise. Im Internet werden im Grossraum Hamburg Staus von Dutzenden von Kilometern prognostiziert. Was soll’s wir müssen irgendwie da hindurch, im schlimmsten Fall übernachten wir eben von Samstag auf Sonntag nochmals. Der Tag wird es zeigen……

Wir fahren durch Kopenhagen, der Verkehr nimmt heftig zu, dann nimmt er zum Glück wieder etwas ab, als wir die E20 verlassen und die E47 nach Süden nehmen. Zügig kommen wir vorwärts und bereits um 11.45 haben wir nach über 600km Roedbyhavn erreicht. Wir geben unsere ID-Nummer an, die wir am Vortag per Internet gebucht und bezahlt haben und bekommen umgehend das Ticket für die nächste Fähre (12.15Uhr). Wir können allen nur ein Flex-Ticket (für Womo’s über 6m und 2 Personen = Euro 128.-) empfehlen. Man bucht für den Fährtag die angenommene Zeit und kann beim Eintreffen ohne Problem auf die nächst mögliche Fähre umbuchen. Personen ohne vorbestellte Ticket warten…..!
Wir werden auf eine bevorzugte Warteschlange gewiesen und fahren als 2. Fahrzeug auf die Fähre, obwohl neben uns Reihen von Autos auf die Fähre warten. Wer keinen Platz mehr hat, wartet auf die nächste, übernächste Fähre…..!
Ab ins Restaurant und gleich bestellen, wir haben 45 Minuten Fahr- und eben auch Essenszeit. Wir essen ein superfeines Pangasiusfilet mit Shrimps und Salat vom Buffet, trinken ein Süssgetränk und einen Cappuccino für Euro 47.- und haben erst noch 15% Rabatt durch das Flexticket.

In Puttgarden geht es sofort weiter, zuerst auf der E47/A1 nach Lübeck und Hamburg, später auf die A7. Im Radio hören wir Horrormeldungen von 15 und mehr Kilometern Stau auf der A7, zudem ist ein Stau auf unserer E22/A1 von 5 Kilometern angesagt…. super Schei….! Wieso beginnen ausgerechnet jetzt Schulferien und erst noch an einem normalen Freitag? Und schon sehen wir die Warnblinker vor uns. Doch nach 2 Kilometer Stopp and go sind wir bereits an der Baustelle vorbei und fahren mit forschem Tempo auf Hamburg zu. Zum Glück müssen wir nicht durch den Elbetunnel und haben den Weg via Roedby-Puttgarden gewählt, denn wir hören aus dem Radio Stau von 15 und 5 Kilometern, Tendenz zunehmend.
Auf der Gegenseite Stau von 5 und mehr Kilometern und wir fahren mit kleinen Unterbrüchen zügig durch Hamburg auf die A7. Vor Hannover ist nochmals 7 Kilometer Stau gemeldet. Auf einem Rastplatz meint aber ein Carchauffeur, dass dies wohl bald vorbei sei, er hätte aktuell keine Meldung mehr auf dem Navi.
Es war genau so, wir fahren gut durch und sind inzwischen nach Total 1050 km in Göttingen eingefahren. Wir steuern einen Stellplatz in Göttingen an und übernachten hier für 9 Euro die Nacht.

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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1 Antwort zu Strömstad (S) – Göttingen (D) (1060km)

  1. Mark sagt:

    Guten Tag Günther

    Besten Dank dass Sie meine Berichte über Norwegen gelesen haben. Ich hoffe, dass sie etwas davon auf ihre Reise ins schöne Land Norwegen mitnehmen können. Ich nehme mal an, dass sie das erste Mal nach Norwegen fahren.

    Sie können den Fährbetrieb von Norwegen nicht mit anderen Inlandfähren z.B. Schweiz oder Deutschland vergleichen. Fähren in Norwegen sind Teile des öffentlichen Strassennetzes und auch Europastrassen wie andere Hauptstrassen enden oft an einem Fjord. Da gibt es nur den Weg mit der Fähre, ausser man will einen weiten, manchmal sehr sehr weiten Umweg auf sich nehmen. Das bedingt natürlich auch einen Fährbetrieb bei wichtigen Strassen durch die Nacht, oder mindestens bis 24.00 Uhr.

    Die meisten Fähren fahren von früh morgens 05.00 / 06.00 Uhr bis 24.00 Uhr, wichtige Fähren meist in eingeschränktem Rahmen 24 Stunden lang. Die von Ihnen angefragte Fährverbindung fährt während der ganzen Nacht. Von 0800 bis 20.20 in einem 20-minütigen Takt, bis 00.40 in eine 40-minütigen Takt und dann alle Stunden 0130 / 0230 / 0330 / 0430 / 0530 und dann alle 30 Minuten bis um 0800 Uhr.

    Ich nehme mal an, dass Sie die E16 von Oslo bis Laerdal und dann die RV5 bis Forde, später die RV 609 bis Aksvoll nehmen. Das ist sicher der schnellste Weg. Sie können grundsätzlich auf E Strassen mit einem Schnitt von max. 70 km/Stunde rechnen. Auf einstelligen RV Strassen rechnen Sie mit max. 50-60 km/Stunde, auf zweistelligen RV Strassen bis max, 50, eher darunter. Dies sind Angaben, wenn Sie mit einem Camper oder Wohnwagen fahren. Mit einem PW ohne Anhänger können sie etwas schneller fahren. Sie müssen also bei guten Strassenbedingungen mit einer reinen Fahrzeit zwischen 4 1/2 bis 6 Stunden von Oslo bis Fodnes rechnen.
    Ich weiss zwar nicht wieso Sie so schnell durch eine schöne Gegend von Norwegen fahren wollen. Wenn Sie genügend Zeit haben, so planen Sie sich doch für diese Strecke von Oslo nach Aksvoll ca. 3-4 Tage ein. Machen Sie bei Laerdal einen Abstecher nach Gudvangen und Flam, oder besichtigen Sie die vor Laerdal die Stabskirche von Borgund. Auf der RV 5 nach Sognedal fahren sie doch zum Gletschermuseum von Fjaerland oder einige Kilometer an eine der Gletscherzungen vom riesigen Jostedalsbreen. Auch für Oslo selber, wenn sie diese Stadt noch nicht kennen, sollten Sie mindestens 1 Tag einrechnen – es lohnt sich.

    Doch das sollen ja nur Hinweise sein. Ich wünsche Ihnen jedenfalls eine schöne Zeit in Norwegen und hoffe, dass Sie mit diesen Angaben etwas anfangen können.

    Mit besten Grüssen aus der Schweiz
    Markus, Adliswil

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