Geiranger – Lillehammer (290km)

Es ist kaum zu glauben, als wir aus dem Fenster schauen – strahlend schönes Wetter….. haben wir eigentlich erwartet!….. aber die Wolken hängen so tief im Tal, dass die Berge verhüllt sind. Das ist aber eine Enttäuschung, hofften wir doch endlich auf die versprochene strahlende Sonne.
Nach dem frühen Morgenessen machen wir uns auf die Socken und fahren die RV63 bergwärts. In kurzen und langen Kehren geht es steil den Berghang hinauf und bald verschwindet vor uns die Strasse im Nebel. Noch ist die Sicht einigermassen gut, aber ab 600m wird es immer nebliger und düsterer. Nach ein paar hundert Metern sehen wir die Strasse kaum noch. Ich muss die Geschwindigkeit auf unter 40 km/h reduzieren, aber der Wettergott kennt heute keine Gnade. Jetzt sieht man fast überhaupt nichts mehr, vielleicht gerade noch 10, manchmal sogar nur noch 5 m weit. Einen solch dichten Nebel haben wir wirklich noch nie erlebt. Wir schleichen mit gerade mal 20 km/h den Berg hinauf, die Köpfe kleben an der Windschutzscheibe. Zum Glück ist die Strasse mit weissen Seitenstrichen markiert, sonst wäre es fast aussichtslos gewesen weiter zu fahren. Plötzlich zwei Lichter, ein Reisebus steht vor uns – schnell ausweichen und weiter geht die Fahrt. Nach weiteren 400m Höhenmeter sind wir endlich auf 1040m ü M und vor uns taucht die Djupvasshytta aus dem Nebel auf. Eine Gruppe Touristen läuft mit Film- und Fotokameras leicht verstört auf dem Parkplatz hin und her. Wir fahren weiter in die Suppe hinein und kaum haben wir das Restaurant hinter uns, lichtet sich der Nebel und die Sicht ist plötzlich wieder gut. Rechts der zugefrorene See und über uns wallen sich Wolken im Sonnenlicht. Die Berge werden schnell sichtbar, dann zieht eine neue Front auf und verdeckt die Sonne. Also schnell weiter, nicht dass wir wieder in der Suppe herumkurven müssen. Wir haben jetzt die RV15 erreicht und biegen links in Richtung Lom ab. Die Strasse ist gut ausgebaut und mit über 80 km/h fahren wir in rasanter Fahrt talabwärts. Nein, jetzt kurvt vor uns ein Lastwagen mit Anhänger auf die Strasse. Jetzt ist es sicher fertig mit der schnellen Fahrt. Aber falsch geraten, der Lastenzug fährt uns fast davon und wir geben alles um dran zu bleiben.

Bei Otta treffen wir auf die E6 die von Trondheim her kommt. Sofort gibt es mehr Verkehr, dafür ist jetzt die Strasse noch ein Stück breiter geworden.
Das Wetter ist inzwischen so gut geworden, dass wir ins schwitzen kommen. Das Thermometer zeigt unglaubliche 26 Grad an – wir sind vom Winter in den Sommer zurückgekehrt und das mit nur 290 km!
Schon um 14.00 Uhr treffen wir in der Olympiastadt (1994) Lillehammer ein und haben genügend Zeit, um uns die Sprungschanzen anzusehen. Es ist gut beschildert und bald stehen wir auf dem Parkplatz vor der gewaltigen Schanzenanlage.
Haben wir aber Glück, auf beiden Schanzen wird eifrig ein Sommertraining abgehalten. Nein, nein wir haben den Winter definitiv hinter uns gelassen, die Springer trainieren auf einem Kunststoffrasen, der mit einer fest eingebauten Bewässerungsanlage immer wieder bespritzt wird. Wir lösen ein Billet für den Sessellift und fahren zum Sprungturm hinauf. Wobei das Wort Sprungturm eigentlich falsch ist, da die Schanze in das Gelände gelegt wurde und auch der Schanzentisch nur 3 oder 4 m hoch ist. Jetzt stehen wir zuoberst beim Anlauf und blicken in die Tiefe….. uuuaaa es schaudert einem wirklich. Nicht für 1 Mio. würde ich da hinunterspringen – das tun Andere und mir viel Erfolg. Wir bestaunen die Flüge vor, neben und über uns und gehen zu Fuss die X-hundert Stufen wieder hinunter.
Anschliessend besuchen wir noch Freilichtmuseum Maihaugen mit alten gut erhaltenen Häusern und einer alten Stabskirche. Alles irgendwo abgebaut und jetzt wieder in einer schön gestalteten Anlage a la Ballenberg aufgebaut.
Jetzt geniessen wir die Sonne und den Sommer auf dem Campingplatz Lillehammer direkt am grossen Mjosasee.

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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2 Antworten zu Geiranger – Lillehammer (290km)

  1. hamba sagt:

    2003 km sind es genau von Lillihammer nach Hause. In 21 Stunden reiner Fahrzeit könntet ihr das schaffen. Die Devise heisst aber – DER WEG IST DAS ZIEL.

    Wir wünschen Euch eine gemütliche, unfallfrei Fahrt in den Süden.

    Gruss hamba

  2. Thomas und Maya Rike sagt:

    Hallo Markus & Brigitte
    Jeden Tag verfolge ich mit Spannung Eure Berichte. Wir werden richtg wehmütig, wenn wir die Geschichten lesen und die Fotos sehen. Gerade die Gegend um den Sognefjord ist uns noch wohlbekannt, ebenso das Jotunheimen Gebirge und Lom. Schade, dass bei Euch das Wetter nicht gerade sommerlich ist, aber bei uns war es bis anhin nicht besser, eher im Gegenteil, es war gräuslich, sehr nass und kalt. Ab heute soll jetzt aber der Sommer einziehen und heute morgen erwachten wir mit wolkenlosem Himmel. Eure Berichte sind wirklich gut geschrieben und spannend und wecken die Sehnsucht nach Skandinavien. Die Strecke, die ihr jetzt zurückfahrt, kennen wir natürlich – wie ihr auch – sehr gut. Wir wünschen Euch noch schönen Resturlaub und eine gute Fahrt. Grüsst und Strömstad und Schweden ganz generell.
    Liebe Grüsse, Thomas und Maya

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