Sognedal – Fähre Kaupagner-Gudvangen – Aurlandsvegen – Sognedal (Rundreise 172km)

Da uns ein sonniger Tag versprochen wurde, wollen wir es wagen, die Fähre zu kaufen und dann diese einmalige Fahrt durch den Naeroyfjorden zu machen.

Ich erwache wieder einmal um 03.00 Uhr, es ist schon fast taghell und der Himmel verspricht einiges: blau und wolkenlos!
Um 0700 Uhr ist Tagwache, anschliessend Morgenessen und dann das übliche Camping-Prozedere.
Um 0800 Uhr geht es los, die paar Kilometer nach Kaupanger sind schnell geschafft und wir warten als erstes Fahrzeug auf die Fähre. Nach und nach kommen die Fahrzeuge, dann sind plötzlich auch noch 6 Cars da. Jetzt ist wieder der Teufel los am Quai, es strömen Spanier, Franzosen, Malaysier und Leute aus allen Herren Länder aus den Bussen. Man tut immer gut daran bei solch speziellen Fährverbindungen früh am Ort des Geschehens zu sein, man weiss ja nie wie gross die Fähre ist und hier sind lediglich 3 Abfahrten pro Tag. Die Fähre ist gross genug es haben alle Platz, es gibt aber immer wieder Spezialisten, die vor drängeln müssen. Komischerweise sind es meist die Einheimischen, die sich leider so ins Szene setzen müssen.

Zwischen schnatternden Spaniern und singenden Malaysiern finden wir zwei Stühle auf dem Aussendeck und geniessen die wärmende Sonne und die Fahrt durch den Sognefjorden. Jetzt werden die umliegenden Berge höher und die Felswände steiler, wir fahren in den Naeroyfjorden. Entlang von kleinen Gehöften direkt am Wasser gleitet die Fähre in den immer schmaler werdenden Fjord hinein. Die engste Stelle ist nur gerade mal 200m breit und hat lediglich 12 m Wassertiefe. Die Felswand kann man auf der einen Seite fast berühren, nur hier ist die Wassertiefe genügend.

Das Wasser ist spiegelglatt, teils grün, dann wieder blau und später fast schwarz.
Nach 2 ½ Fahrt erreichen wir am Ende des Fjords Gudvangen – uns gehört jetzt mindestens ein Teil der Fähre, wir haben 835 NKr. = rund Fr. 150.- bezahlt. Aber das lohnt sich bei einem solch wolkenlosen, sonnigem Tag auf jeden Fall!

Wir fahren auf der E16 in Richtung Flam und kaum sind wir aus dem Tunnel schreit Brigitte neben mir: Kreuzfahrtschiffe sind in Flam. Also beidrehen und in den Hafen hinunter fahren. Tatsächlich steht die, uns von der Kreuzfahrt nach Aegypten bekannte am Quai. Etwas weiter draussen ankert ein weiteres Schiff die der P&O.

Kreuzfahrtschiffe in Flam - Norwegen


Nach einem kurzen Fototermin fahren wir weiter auf der E16 nach Aurland und wollen über das Fjell nach Laerdal fahren. Die Wegweiser und Beschilderungen sind jedoch so verwirrend und die Strasse immer enger, dass wir das erste Mal einen Rückzieher machen. Was ist wenn es nicht die richtige Strasse ist und wir am Ende der immer steiler werdenden nicht wenden können? Also setzen wir 200m zurück, wenden und fahren dem Fjord entlang, nach Aurland zurück. Schade aber vernünftig.
Dafür geniessen wir später nochmals die Durchfahrt durch den längsten Tunnel der Welt mit den blau beleuchteten grossen Hallen inmitten des Tunnels.

Vor Laerdal verlassen wir die E16 und versuchen den Fjellvegen von dieser Seite her. Jetzt steht plötzlich Aurlandsvegen, doch eigentlich geht die berühmte Aurlandsvegen von Geilo nach Aurland und heisst RV50 und diese Strasse ist gelb = eine dreistellige RV. Was soll’s, wir klettern mit der Strasse zusammen langsam aber stetig das Erdalen hinauf. Die Vegetation nimmt sofort ab, die Bäume verschwinden und Alpweiden erscheinen links und rechts der Strasse. Nach rund 16 Kilometern und etlichen Kehren zeigt der Höhenmesser 1450m ü M an – wir fahren durch den Winter. Links und rechts sind noch vereiste Seen, teilweise sogar vollständig geschlossen und wir durchfahren zum Teil meterhohe Schneemauern. Wir werden auch mit einer grandiosen Aussicht zu den höchsten Bergen von Norwegen belohnt. Im Osten erspähen wir die bis fast 2’500 m hohen Jontunheim Gruppe mit ihren Gletschern und Schneefeldern.
Wir wenden unser Womo an einer der wenigen grösseren Stellen und staunen immer wieder über den sehr kleinen Wenderadius des Fiat Ducato.

Mit kleinen Gängen geht es wieder über 1’450 m das Loch hinunter zum Leardalfjorden. Das entspricht gut und gerne einem schweizerischen Pass, nur geht es hier fast immer in engen Kurven mit über 10% Gefälle hoch resp. runter und das ohne mehr oder weniger graden Talstrecken.
Zurück auf der RV5 fahren wir wieder zur Fährstation Fodnes. Es ist kaum zu glauben wie viele Fahrzeuge auch diese Fähre nach Mannheller aufnehmen kann.

Wenig später sind wir wieder zurück auf dem Campingplatz Kjornes von Sognedal und geniessen noch die Sonnenstrahlen bis 22.30 Uhr….!

Wir sind müde und werden morgen wohl ein Ruhetag einschalten – wir haben es uns verdient und auch unser Fiat will sich einmal ausruhen.

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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