Kaupanger – Balestrand – Fjell Nystolen – Skei – Sogndal (Rundreise 265km)

Schon früh stehen wir auf und machen Frühstück. Das Wetter hat sich gebessert, die Sonne scheint und es gibt vorwiegend blauen Himmel zu sehen. Gegen die Berge von Flam/Gudvangen sind aber noch grosse Wolkenbänke zu sehen und wir beschliessen deshalb unsere geplante grosse Fährüberfahrt (2,5 Std.) von Kaupanger nach Gudvangen durch den berühmten Naeroyfjorden zu verschieben.

Camper Mabri in voller Fahrt

Wir wollen eine Rundreise über eher unbekannte Strassenabschnitte machen. Bereits um 09.00 Uhr sind wir unterwegs und besuchen als erstes gleich um die Ecke die Stavskirke von Kaupanger. Sie stamm auch aus dem 12. Jahrhundert und steht gleich neben der Hauptstrasse nach Kaupanger.

Stabskirche von Kaupanger - Norwegen

Dann fahren wir auf die RV5 zurück und biegen bei Sogndal auf die RV55 entlang vom Sogndals- und Sognefjorden. Fast kein Verkehr ist auf diesen wunderschönen Strassen den Meeresarmen entlang mit einer einmaligen Aussicht in die nahen Berge. Bei Hella nehmen wir die wieder einmal auf uns wartende Fähre nach Dragsvik. Wir bleiben auf der RV55 und fahren zum alten Touristenort Balestrand, der gleich nach der Fährstation liegt – glauben wir jedenfalls. Nur liegt noch ein kleiner Fjordarm dazwischen – also 6 km ans Ende und wieder 6 km nach Balestrand. Balestrand war im vorletzten und Anfangs letztem Jahrhundert der Ort für reiche Leute am Sognefjorden vor allem für Deutsche und Engländer. Heute zeugt nur noch ein altes Hotel von diesen goldenen Zeiten, die zwei Weltkriege haben die damalige Situation total verändert.

Wir fahren zurück zur Fährstation Dragsvik und fahren wieder einmal auf der alten bekannten RV13 in nordwestlicher Richtung nach Forde. Nach einigen Kilometern dem Fjord entlang beginnt die Strasse plötzlich zu steigen. Die erste Haarnadelkurve kommt und weitere folgen, die Strasse wird zur Passtrasse ersten Grades. Als wir den Scheitelpunkt erreichen zeigt unser Höhenmeter fast 800m ü M an und wir stehen im Hochgebirge! Im See schwimmen noch Eisschollen und überall liegen grosse, kompakte Schneefelder. Oft übersieht man die Tatsache, dass es 800 m Höhendifferenz sind, was knapp dem Flüelapass von Davos her entspricht.

 

Interessant ist nur, dass man sich von der Vegetation und dem Bild her in den Bergen befindet, kaum dass man den Fjord verlassen hat. Alpweiden mit Schafen und Rindern, kleine Sträucher und Birken, etwas höher eine karge Vegetation aus Moos und Erikastauden. Weiter geht es nun talabwärts, vorbei an kleinen Wasserfällen und entlang von Seen und Flüssen bis Eldalen. Am Haukedalvatn steigt die Strasse wieder steil bergauf, der nächste Pass kommt. Wir werden immer wieder mit einer wunderschönen Aussicht belohnt und es ist fast kein Verkehr auf der Strasse. Dann geht’s wieder talabwärts nach Moskog. Hier verlassen wir die RV13 für immer und biegen auf die E39/RV5, die von Forde her kommt. Die Strasse ist nun wieder mehrheitlich breit und gut ausgebaut. Sie folgt jetzt einem grossen, langen, fjordähnlichen See und wir fragen uns, wo die Strasse hinführen wird, denn vor uns erhebt sich eine Felswand, das Tal ist hier zu Ende. Wir wissen es sehr schnell, denn vor uns öffnet sich der 12km lange Fjaerlandstunnelen, der unter einem Teilstück des riesigen Jostedalgletschers hindurch geht. Beim Tunnelausgang erspähen wir links oben die erste Gletscherzunge des Gletschers, der Boyabreen. Etwas weiter unten fahren wir einige Kilometer ein Tal hinein und kommen fast direkt unter den Supphellebreen. Der Jostedalgletscher ist mit seinen 487km2 (Vergleich Aletschgletscher: 87m2 / 23 km lang) der grösste Festlandgletscher von Europa. Nur in Island, Svalbard und Nowaja Semlja gibt es noch grössere Eismeere. Er hat auch gewaltige Ausmasse von über 100km Länge und 15 km Breite, ist 500m dick und schickt 25 verschiedene Zungen in verschiedene Täler. Etwas weiter unten erfahren wir im Fjaerlandgletschermuseum genaueres über die Gletscherwelt und sehen uns einen weiteren Superfilm auf Grossleinwand an.

Wir fahren weiter auf der RV5 – die E39 hat uns schon einige Kilometer vor dem Tunnel „verlassen“ – es folgt ein weiterer 10km langer Tunnel und jetzt müssen wir wieder einmal etwas in die norwegische Strassenkasse sponsern (180Nkr).
Gegen den späteren Nachmittag kommen wir wieder an den Sognefjord nach Sogndal. Hier haben wir bei der Durchfahrt einen schönen Campingplatz erspäht, den wir jetzt aufsuchen.

Ein wirklich toller Platz, der neu eingerichtet oder sogar errichtet wurde. Noch fehlt die Entsorgung für das Abwasser, sonst ist alles vorhanden, die Sanitäranlagen sind komfortabel und sehr sauber. Und die Aussicht wie immer auf ein Wasser, diesmal ist es wieder ein Fjord – und teuer ist der Platz auch nicht, Total 230 Nkr.

Das Wetter hat sich gut gehalten und ist von Stunde zu Stunde schöner und sonniger geworden. Für morgen Dienstag ist ja sogar strahlend schönes Wetter angesagt.

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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