Preikestolen – Odda (214 km)

Ein überraschend schöner Morgen erwartete uns, als wir um 0830 Uhr aus den Federn sprangen. Die Platzwartin hatte uns am Vorabend noch Regen vorausgesagt – schön dass sich auch Einheimische in der Vorhersage vertun können. (Für das haben wir Schweizer ja unsere Muotathaler Wetterfrösche…..!)

So schnell wie sich der Campingplatz gestern Abend gefüllt hatte, so schnell hat er sich am Morgen wieder geleert. Nach dem üblichen Prozedere von Wasserbunkern etc. verliessen wir den Platz um 10.00 Uhr und 3km weiter talwärts fuhren wir zurück auf die RV13 in Richtung Sand – Roldal. Diese Route ist auch bekannt unter dem Namen und bietet einiges an Sehenswürdigkeiten u.a. der Preikestolen, Norwegens berühmtester Aussichtspunkt, der Lysefjorden etc.

Zuerst geht es am breiten Isefiorden entlang über Jorpeland nach Tau. Auf der Gegenseite des Fjord sieht man die Oelstadt Stavanger. In Tau verlässt man den Meeresarm und fährt landeinwärts durch Wälder, vorbei an unzähligen Seen bis Ardal. Hier zieht die Strasse kurz an einem Fjord vorbei, bevor sie sich wieder über einen kleinen felsigen Pass zum nächsten Fjord schlängelt. Wie üblich in Norwegen ist auch die RV13 mal breit und einige Meter weiter hat sie nur gerade Lastwagenbreite. Man tut gut daran sich die teilweise spärlichen Ausweichstellen beim Vorbeifahren zu merken, denn der nächste grosse Trailer kommt bestimmt schon in der nächsten Kurve! Bei Hjelmeland warten wir mit einigen anderen Womos (darunter ein Berner mit Ziel Bergen) auf die Fähre nach Nesvik. Dort zieht sich die RV13 durch viele Tunnels am Ufer des Josenfjorden entlang. Immer wieder hat man tolle Ausblicke auf den Fjord und die nahe Bergwelt, die noch mit einigen Schneeflecken überzogen ist. Einmal mehr geht es über einen Pass zum nächsten Fjord. Hier entdecken wir unser nächstes Ferienziel: eine kleine idyllische Insel mitten im Fjord mit einem rot-/weissen Häuschen drauf – vermutlich unbezahlbar…. Nach einigen Kilometern erreichen wir unser Zwischenziel Sand.

Schade, dass die im Führer angegebene Lachstreppe mit einem daneben liegenden Wasserkatarakt noch nicht offen ist. Damit die Lachse im Fluss weiter oben zu ihren Laichplätzen kommen, wurde eine Treppe mit übereinander angelegten kleinen Bassins gebaut. So springen die Lachse dann von einem Bassin ins Andere und können das sonst für sie fast unmögliche Hindernis überwinden.

In Sand verlassen wir nun das grosse Fjordsystem von Stavanger und Umgebung und fahren in die Berge. Das Tal von Suldal ist zum Teil breit und lieblich mit grösseren landwirtschaftlichen Flächen und natürlich mit einigen Lachsfabriken am lachsreichen Fluss. Ungefähr 20 km taleinwärts fahren wir in unzähligen Tunnels dem grün-schwarz schimmernden Suldalsvatnet entlang und sehen am Ufer den kleinen, noch mit Dampf betriebenen Ausflugsdampfer. Jetzt zieht sich die Strasse in einem immer enger werdenden Tal den Berghängen entlang langsam bergwärts. Man muss sich oft fragen, ob es wirklich ein Durchgang gibt oder ob die schroffe Wand im Talkessel das Ende bedeutet. Doch eine kleine schmale Klamm lässt Fluss und Strasse weiter ziehen.

Bei Roldal erreichen wir die E134 (Oslo-Haugesund) und fahren in westlicher Richtung einige Kilometer, bevor wir weiter auf der RV13 nach Odda kommen. Kurz nach dem Scheiteltunnel sehen wir aus der Ferne den riesigen Folgefonna-Gletscher mit seiner schneeweissen riesigen Kuppe. Er ist über 40 km lang und zieht sich wie eine Kappe über die Berge. Einige Kilometer vor Odda tost der Zwillingswasserfall Latefossen zu Tal und bedeckt die Strasse mit einem feinen Wasserstaub. Gleich einige Meter talwärts donnert ein weiterer Fall über die Felsen und auch der Vidfoss einige Kilometer weiter talabwärts, schiesst seine weissen Wassermassen rhythmisch über die glattgeschliffenen Felsplatten zu Tale. Wir sind nun endgültig im Bergland angekommen und die immer grösseren Schneefelder an den Berghängen zeugen von einem langen und schneereichen norwegischen Winter. Wir sind gespannt, was uns auf der Hardangervidda noch an Schnee erwartet.

Auf dem Campingplatz von Odda werden wir uns für 2 Tage und Nächte niederlassen und je nach Wetter, Lust und Laune die Hardangervidda per Pedes oder per Velo erkunden.

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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