Skiveren – Hornnes (94km)

Nach einem wundervollen, romantischen Sonnenuntergang direkt ins Meer, setzte in der Nacht der angekündigte Regen ein. Zum Glück hört man Regen sehr gut in einem Womo, sonst wäre meine Decke wohl nass geworden. Die Dachluke ist genau über meinem Bett platziert – also aus den Federn und schnell schliessen.

Auch am Morgen regnete es noch und die Gegend präsentierte sich in verschiedenen Grautönen. Nach einem feinen Frühstück, dann die üblichen Campingplatz-Rituale: Kabelrolle aufwickeln, ab den Keilen fahren und beides im „Keller“ verstauen, Kehricht entsorgen, alles niet- und nagelfest befestigen, Wasser bunkern, Abwasser ablassen, Chemietoilette entsorgen, den Campingplatz bezahlen und ab geht die Post.

Nach knapp 30-minütiger Fahrt bezogen wir am Check-in Schalter unser Fährticket. Die Fährstation in Hirtshals ist wirklich topp organisiert: Man fährt vor und gibt der hübschen Dänin am Schalter den Reservationscode, bekommt alle Tickets und wird gleich von einem Mitarbeiter auf eine Wartespur eingewiesen. Pkw, Auto mit Wohnwagen, Womo, Lastwagen und Car werden allesamt gesondert aufgestellt. Es ist kein Vergleich zum letzten September – damals waren wir 5-6 Womo und etwa gleich viele Sattelschlepper. Heute ist der Warteplatz ziemlich voll, so an die 40-50 Womos und Wohnwagengespanne und ca. 10-15 Sattelschlepper warten auf die Einfahrt.

Später fahren dann die Autos schön in Zweierkolonne auf die Oberdecks, die grossen Brummis, Autos mit Wohnwagen und Womos in Einerkolonne geradeaus in das hohe untere Parkdeck. Man wird genau eingewiesen, die einen Fahrzeuge links, die andern rechts, in der Mitte sind die Aufgänge und Lifte. Jetzt nur die genaue Ortsbezeichnung nicht vergessen, sonst kann man suchen: Deck 3, Ausgang B! Man kann nämlich wirklich blöd dastehen, wenn man nicht mehr genau weiss, wo das Fahrzeug steht – sehen kann man nicht sehr viel. Gleich neben dem Ausgang stehen zwei mächtige 40-Tönner und man sieht nur noch eine Blache……

Punkt 12.15 Uhr legt die ab. Wir haben das kaum für möglich gehalten, denn erst um 11.50Uhr fuhren die ersten Autos in die Fähre. Doch Organisation ist eben alles! Nach einer ruhigen Überfahrt betraten wir um 15.30Uhr zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres norwegischen Boden. Das Wetter hatte sich schon während der Überfahrt gebessert und Norwegen erwartete uns mit Sonnenschein und leicht bewölktem Himmel.

An der ersten Tankstelle wird Diesel (NKr. 11.81) gebunkert, schliesslich weiss man ja nie….plötzlich steht man in einer verlassenen Gegend. Tankstellen sind oft sehr weit entfernt. Auch beim ersten Supermarkt halten wir an und versorgen uns mit dem Nötigsten für mindestens 2 Tage. Auf unserer Fahrt über das Hochland zum Lysebotn und ein Tag später zum Preikestolen-Camping findet man sicher weder Einkaufsmöglichkeiten noch Tankstellen.

Nach gut 50 km Fahrt auf der RV9 durch das Wald- und Seenreiche Setesdalen kommen wir auf unserem Campingplatz Hormnes/Evje an. Kaum stehen wir in der Wiese ziehen dunkle Wolken auf und ein Gewitter zieht über uns hinweg. Unser ausgewählter Platz scheint uns nicht mehr so ideal zu sein, als sich um unser Fahrzeug eine kleine Seen- und Sumpflandschaft bildet. Auch die Stromsäule hat inzwischen den Geist aufgegeben und wir sind stromlos. Also, nichts wie weg und umparkieren.
Noch regnet es, aber am Abendhimmel zeigt sich im Westen nochmals die Sonne und der Platzwart spricht von besserem Wetter für den morgigen Tag – wir werden ja sehen.

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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