Adliswil – Thayngen – Stuttgart – Würzburg – Hamburg – Büsum (D) (1021km)

Die längste Tagesstrecke unserer Reise ist geschafft und wir sind es auch …..

Um 01.45 Uhr erwachte ich und was nun? Sich nochmals drehen und sich dann nach 45 Minuten gerädert und total müde vom Wecker wecken lassen? Nein, das bringt’s nun wirklich nicht; also aus den Federn und mal das Licht im Bad anknipsen. Spinnst du so früh, es ist nicht einmal 2 Uhr – mit dem habe ich nicht gerechnet. Brigitte dreht sich tatsächlich nochmals im Bett herum und ich tappe im Dunkeln in Richtung Wohnzimmer und mache es mir vor dem TV gemütlich. Um 02.30 Uhr ist jetzt (endlich) auch Brigitte wach und pünktlich um 03.00 Uhr setzt sich unser Womo voll beladen in Bewegung.

In Zürich ist noch voll Action und es herrscht noch reger Verkehr vor den Bar’s und auf den Strassen. Zügig kommen wir voran und genau 1 Stunde später passieren wir das verwaiste Zollamt bei Thayngen. Schon bald nach Singen beginnt es zu „tagen“, der Himmel färbt sich langsam rot und röter…. aber wo bleibt die Sonne ?? Auch sie scheint noch müde zu sein und lässt auf sich warten. Kurz nach Stuttgart ist es so weit und die ersten Sonnstrahlen knallen mir genau von vorne mitten ins Gesicht. Es bleibt mir keine andere Wahl als auch wach zu werden und die kleinen Äuglein der Nacht nach hinten zu stülpen. Nach einem Kaffeehalt geht es auf der A81 in Richtung Würzburg, dort wechseln wir auf die A7. Langsam aber stetig nimmt der Verkehr zu, auch sind immer mehr Wohnwagen und Womo’s auf der Autobahn zu sehen. Noch nehmen wir eine Stadt nach der anderen in Angriff: Würzburg 46 km, Fulda 174 km, Kassel 276 km und wollen noch gar nichts von den noch über 700 km bis Büsum (Nordsee) wissen.

Es sind schon gewaltige Autobahn-strecken, wenn man so die nackten Kilometerzahlen anschaut. Gegen 11.00 Uhr passieren wir trotz einiger Baustellen und 80-iger Strecken (man fährt ja sowieso 100 km/h) schon Hannover und dann hören wir die Hiobs-Botschaft im Radio Hessen: Autobahn A7 zwischen Hannover und Hamburg 4 km Stau, vor dem Elbetunnel 8 km stockender Verkehr. Elbtunnel HaburgIn welche Richtung hat er gesagt? Ratlos schaut mich Brigitte an – ich hab’s auch nicht recht verstanden…! Nah ja, lassen wir’s eben auf uns zukommen – ändern können wir sowieso nichts. Warnblinker sind zu sehen, der Stau kommt unvermittelt und schnell. Einige hundert Meter geht es harzig, doch so wie er sich gebildet hat, löst er sich nach einem liegen gebliebenen LKW und Polizei schnell wieder auf. Und die gute Nachricht folgt sogleich aus dem Radio: 12 km Stau vor dem Elbetunnel in Richtung S ü d e n ….. !! Doch was sagt er nun von einem weiteren Unfall mit Stau auf der A7 zwischen Hannover und Hamburg. Liegt der jetzt noch vor uns oder ist der Unfall hinter uns? Wir scheinen einmal mehr das Glück gepachtet zu haben, fahren mit 80 km unter der Elbe hindurch, passieren Hamburg und kommen ohne nennenswerte Verzögerungen bereits um 15.00 Uhr, nach 1050 km wohlbehalten in Büsum an.

Das Wetter hält was der Wetterbericht versprochen hat – Sonne pur, die Klimaanlage läuft und wir freuen uns auf einen warmen Nachmittag. Phuuu ein kalter Luft empfängt uns auf dem Zeltplatz und trotz Sonne ist es gerade einmal 15 Grad – also typisches Nordsee-Wetter.

Büsum - Dänemark

Büsum - Deutschland

Trotzdem geniessen wir die Sonne in einem warmen Pulli und schauen der ankommenden Flut zu. Es ist fast unglaublich zu sehen, wie schnell sich das Wasser über die fast trockenen Sandbänke ausbreitet und das Land zurückerobert. Wir gehen vor dem Wasser zurück und können kaum einmal kurz eine Foto machen und schon stehen wir im Meer.

So, jetzt verdauen wir unser wohlverdientes Nachtessen: Brigitte ihren gebratenen Meerfisch und ich mein Kräuter-Rührei mit Büsumer Krabben, das schon bald Tradition bei mir hat. Bald werden wir etwas an unseren Kissen hören und ins Land der Träume – diesmal ohne Sturm – „übersiedeln“….. bis bald!

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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