Frühling in Zernez

Der Kampf des Frühlings mit dem Winter ist Mitte Mai in Zernez in vollem Gang. Während ab etwa 2000 müM noch Resten des Winterschnees darauf wartet von der warmen Sonne geschmolzen zu werden, kommt immer wieder auch etwas frisch gefallener Neuschnee dazu. An manchen Bergbächen sind noch Resten von Lawinenschnee bis ins Tal hinunter auszumachen.

Uferschwalbe Heute haben wir auf einem Spaziergang in der Talebene von Zernez zwischen einem leichten Graupelschauer und dem nächsten „Regensprutz“ bei wärmenden Sonnenstrahlen am Ufer des Spöl entlang viele kleine und zierliche Uferschwalben mit einfarbiger Ober- und weisser Unterseite in Bodennähe gesehen. Auf der Suche nach Insekten sind die beiden Wanderer für die kleinen etwa 12 Gramm schweren Vögel mit ihrem flatterhaften Flug nur Hindernisse. Das leise „Tschrrip“ ging im Lärm des Fliessgewässers unter.

Die in der Schweiz seit 2001 potenziell gefährdeten Langstreckenzieher weisen derzeit noch einen Bestand von etwa 5500-6500 Paaren auf. Sie nisten vorwiegend in Sand- und Kiesgruben oder an Steilufern von Flüssen. Die Uferschwalbenbestände sind starken Schwankungen unterworfen. Dabei können Trockenperioden im afrikanischen Winterquartier zu Bestandseinbrüchen im Brutgebiet führen.

Die Kleinsten unserer einheimischen Schwalbenart gehört zur Gruppe der Singvögel, Schwalben und Segler. Auch dem Fluss Inn entlang waren an diesem Tage viele solcher Uferschwalben auszumachen. Vom Vorjahr her mag ich mich daran erinnern, dass im Sommer auf 2550 müM am Rande des Nationalpark auf dem Mutoröl bei Zernez solch kleine Vögelchen in der Abenddämmerung plötzlich mit viel Lärm aus Erdhöhlen hervorkamen, über dem Grat nach Mücken suchten und dann eben so schnell wieder dorthin verschwanden. Damals staunten wir noch über das kleine Naturwunder. Dass es sich dabei um Uferschwalben handelt könnte war uns nicht bewusst.

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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1 Antwort zu Frühling in Zernez

  1. Thera Kamperman sagt:

    Uferschwalben am Spöl! Dass möchte ich auch gerne mahl sehen.
    Das Wetter ist noch nicht richtig ‚Frühling‘, wenn ich die Wettermeldung gut verstehe. Aber die Uferschwalbe sind da! Jetzt noch ein wenig besseres Wetter!
    Wir hoffen Euch am Sonntag 20. Juni zu treffen! Wenn Du, Armin, da nochmals eine spaziergang machen gehst, neme denn mal dien Camera mit! Ich möchte mahl ein Bild sehen von Uferschwalben im Spöl!
    Geniesse wieder ins Engadin zu sein und geniesse schon vor uns, denn dan geniesst man dobbelt!
    Liebe Grüsse an allen!
    Eb und Thera

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