Hulda Meier’s Geschichte

Die wanderlustige Hulda Meier feierte heute ihren 100sten Geburtstag in Zürich. Ihre körperliche und geistige Konstitution ist nach wie vor hervorragend, auch wenn sie selber manchmal über ihre Vergesslichkeit klagt.

1910 in Lüchingen bei Altstätten im Rheintal als 4. Kind einer Kleinbauernfamilie geboren wollte sie unbedingt eine Lehre bei der Bahn absolvieren. Doch das Geld reichte nach drei Söhnen für die erste Tochter nicht mehr. So verliess sie das Elternhaus bereits mit 16 Jahren und erwarb sich das erste Geld mit Haushalthilfen in Basel. Später und nach einer einjährige Lehre durfte sie sich „Saaltochter“ nennen. Ihre berufliche Laufbahn erfüllte sie an renommierten Häusern wie beispielsweise „Die Kronenhalle“ in Basel bevor ihre Mutter Wilhelmine sie 1939 in anbetracht des Krieges zu sich nach Hause beorderte. Die Grenzstadt Basel schien der Mutter zu gefährlich zu werden.

Gerantin Hulda Meier

Doch Hulda wollte weiter arbeiten und so meldete sie sich auf Empfehlung eines Bekannten beim Restaurant „Der Grüne Heinrich“ in Zürich wo sie gleich von Beginn weg 1940 als Gerantin angestellt wurde. Dort blieb sie bis zur Schliessung und dem Abbruch des Restaurant’s „sans Alcool“ 1969 diesem Hause am Bellevueplatz treu. Dank ihrer Bekanntheit und ihrer Vernetzung bekam sie auch als 59jährige Frau bei der Kreditanstalt (heutige Credit Suisse) eine Stelle wo sie weit über das Pensionsalter hinaus weitere 8 Jahre in der Wertschriftenabteilung arbeitete.

Ihren Lebensabend verbrachte Hulda Meier 33 Jahre in einer Alterswohnung am Inselhof in Zürich. Dann wurde jedoch dieses Haus umfassend renoviert und alle Bewohner mussten das Haus vorübergehend verlassen. Die 97jährige entschied sich von nun an für ein Haus mit „All Inclusive“, dem Altersheim Neumünster zu wohnen. Auch wenn es ihr anfänglich schwer fiel ihren Haushalt nicht mehr selbst führen zu dürfen, gewöhnte sie sich mit der Zeit an die Annehmlichkeiten und fand auch hier gute Bekannte und Freunde.

Auch mit über 100 Jahren wandert Hulda noch sehr gerne. Auch wenn die Touren immer kleiner werden fühlt sie sich mit der Wandergruppe Riesbach noch eng verbunden. Ihr fröhliches Gemüt und die nach wie vor vielen Bekannten aus der Zeit des Grünen Heinrich erhalten sie jung.

100 Jahre sind vergangen,
seit Dein Leben angefangen.
100 Jahre rauf und runter,
100 Jahre gesund und munter,
und zwickt es auch mal irgendwo,
man lebt nicht ohne Risiko.
Ein jedes Jahr hat seinen Sinn,
so wie es kommt, so nimm es hin.

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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