Wohneigentum in der Schusslinie des Staates

Eigenmietwert - was nun?

Eigenmietwert - Willkür des Staates

Am 9. Dezember 1940 hat der damalige Bundesrat im Angesicht des 2. Weltkrieges beschlossen, im Rahmen einer Wehranleihe auch gleich noch die selbstbewohnten Eigenheime zu besteuern. Was damals vielleicht noch verständlich war grenzt heute an Willkür des Staates.

Sehr früh in der Geschichte begannen Staaten mit der Besteuerung und Reglementierung von Immobilieneigentum. Im europäischen Mittelalter machten etwa Steuern auf sichtbares Vermögen bis zur Hälfte der gesamten Steuereinnahmen aus. Die Eigentümer dieses Vermögens sahen sich daher gezwungen Wege zu entwickeln, um die Willkür des Steuereintreibers und dessen eigenmächtiger Bewertungsmethoden zu umgehen.

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts fand zudem die Steuer auf Türen
und Fenster in mehreren Ländern Europas Verbreitung, was vor allem den Bau von Wohnungen ohne Belüftung förderte. Heute undenkbar und per Gesetz verboten doch früher an der Tagesordnung.

Die steuerliche Behandlung des Wohneigentums ist in der Schweiz von zentraler Bedeutung. Wohneigentum kann eine bevorzugte Form der Selbstvorsorge darstellen und verdient deshalb eine staatliche Förderung, wie das in Art. 111 der Bundesverfassung ausdrücklich anerkannt wird.

Mit etwa 35 Prozent besitzt heute nur eine Minderheit der Schweizer die Immobilie, die sie bewohnen. Im europäischen Raum an letzter Stelle und dies trotz Eigentumsförderungsgesetz vom 4. Oktober 1974.

  • Ein eindrückliches Beispiel für die willkürlichen staatlichen Interventionen stellt zweifellos der sogenannte „Eigenmietwert“ einer Immobilie dar.

Dies stellte im Jahre 2008 das Institut Constant de Rebecque in Lausanne in einer Studie fest. Sie schreibt weiter: „Bei genauerer Betrachtung beruht die Besteuerung des „Eigenmietwerts“ wohl weniger auf Ökonomie, denn auf Ideologie. Ziel ist die finanzielle Belastung von Eigentümern, in diesem Fall der Eigentümer von eigenfinanzierten Wohnungen.“

Am 17.Juni 2009 hat sich der Bundesrat gegen die Initiiave des HSV gestellt und möchte in einem Gegenvorschlag den steuerlichen Eigenmietwert für alle Wohneigentümer abschaffen. Wiederum eine Verzögerungstaktik des heutigen Bundesrates und ein weiteres Geschenk an die Banken. Die Boni der Banken lassen grüssen.

Kassensturzsendung vom Dienstag, 16. Februar 2010
Kassensturz vom 16.02.2010

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1 Antwort zu Wohneigentum in der Schusslinie des Staates

  1. Muck Meier sagt:

    Auch wir sind der Meinung, dass der Bundesrat eigentlich den Eigenmietwert nicht abschaffen möchte. Die Bankenlobby wird dies zu verhindern wissen und auch die Gemeinden werden das fehlende Geld in ihren Kassen nicht einfach hinnehmen.

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