Grafschaft Tirol und Vogtei Münster im Mittelalter

Unterengadin als Teil der Grafschaft Tirol

Unterengadin als Teil der Grafschaft Tirol

Münstertal: Als Karl der Grosse sich anschickte, 772 das Langobardenreich zu erobern machte er den Churer Bischof Constantius zum weltlichen Verwalter von Churrätien. Im Sinn und Geist des Herrschers gründete der Churer Oberhirte am Ausgang des Ofenpasses ein Herbergekloster, um so den Zugang zum Vintschgau zu erleichtern. Dass daraus in der Hochblüte des christlichen Glaubens ein Zeugnis von internationaler Bedeutung entstand, war damals nicht abzusehen.

Im 10. Jahrhundert waren die Einflussbereiche von Kirche und Kaiser völlig unklar. Jede Gelegenheit wurde auf beiden Seiten dazu benützt, seinen eigenen Machtbereich auszuweiten.

Das Ende der Dynastie der Staufer und der Beginn des Interregnums (Zwischenherrschaf) im Reich markiert auch für das Gebiet der heutigen Schweiz den Übergang zum Spätmittelalter. Etwa um 1230 wurde der Gotthardpass durch den Bau der Teufelsbrücke zu einer Handelsstraße. Die Bündner Pässe waren allerdings weiterhin wichtiger.

Zernez: Der genaue Zusammenhang zwischen den Herren von Wildenberg und den Herren von Greifenstein ist nicht bekannt. Aufgrund der Wappen- und Besitzlage kann aber angenommen werden, dass die Greifensteiner direkt mit den Herren von Wildenberg-Sagogn verwandt waren zu welchen die Burgen Schiedberg bei Sagogn, Wildenberg bei Falera, Wildenberg bei Zernez, Freudenberg und Wartau im Sarganserland und Greifenstein bei Filisur gehörten. Angehörige des Hauses Wildenberg nannten sich also zeitweise auch Greifenstein und führten auch ein Wappen, das sich von demjenigen der Hauptlinie nur in Einzelheiten unterschied.

Galgen von Zernez

Galgen von Zernez

Helvetien: Für die römisch-deutschen Kaiser waren die Alpenpässe für die Kontrolle Italiens von entscheidender Bedeutung. Aus diesem Grund besaßen die Kaiser seit dem Frühmittelalter im Alpenraum umfangreiche Gebiete, die sie als Reichsgut direkt verwalteten und nicht als Lehen vergaben.
Das Aussterben mächtiger Adelsgeschlechter sowie die Auseinandersetzungen zwischen Kaiser und Papst begünstigten im 13. Jahrhundert die Verselbständigung der wichtigeren Städte und Talschaften der Schweiz. 1218 wurden Zürich, Bern, Freiburg und Schaffhausen nach dem Aussterben der Zähringer zu «Reichsstädten»; Uri (1231) und Schwyz (1240) erhielten ebenfalls das Privileg der Reichsunmittelbarkeit.

Europa: Nach dem Einfall der Goten ins Weströmische Reich wurden im Jahr 401 alle römischen Truppen zum Schutz Italiens aus den Gebieten nördlich der Alpen zurückgezogen. Die Herrschaft über die Westschweiz ging an das Reich der Burgunder über, die Zentral- und Ostschweiz wurde von den Alamannen kontrolliert und besiedelt, während die Alpengebiete noch weiter in der Hand kelto-romanischer Lokalherrscher verblieben. Einige römische Strukturen prägten die Schweiz über das Ende der römischen Herrschaft hinaus: Das Straßennetz, die römischen Siedlungen und die alte römische Raumeinteilung, insbesondere die kirchliche Organisation mit den Bistumsgrenzen.

Im Frühmittelalter fand dann die Feudalisierung statt: Die Bauern begaben sich in ein Erbhörigkeits-Verhältnis zu geistlichen oder adeligen Grundherren. Mit der Teilung des Frankenreichs Karls des Großen durch seine Enkel im Vertrag von Verdun mitte 9. Jh. kam die Westschweiz zuerst zu Lotharingien, dann zu einem neuen Königreich Burgund während die Ostschweiz als Teil des Stammesherzogtums Schwaben zum Ostfrankenreich, dem späteren Heiligen Römischen Reich deutscher Nation kam. Nach der Erwerbung Burgunds durch die Kaiserdynastie der Ottonen im 11. Jh gehörte das gesamte Gebiet der heutigen Schweiz zum Heiligen Römischen Reich.

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