Samstag, 03.10.2009 – Norwegen 2009


Samstag, 03. Oktober 2009 – Büsum, Hamburg

Der Wind holt uns immer wieder ein…… über Nacht hatten wir einen so heftigen Sturm, da waren die Winde in Geilo nur ein schwacher Abklatsch. Gut, die Voraussage für die Dithmarschen von Schleswig-Holstein waren dementsprechend und eine Wetterwarnung ging der Nacht voraus, doch eigentlich erst für Samstagabend und Sonntag. Bereits kurz vor Mitternacht begann es heftig zu winden und stetig nahmen die Böen zu. Zwischen 04.00 und 06.00 Uhr taten wir beide kein Auge zu, das Womo schüttelte es so kräftig durch und teilweise klatschte der Regen laut an die Fenster.

Während sich Brigitte am morgen um das Frühstück kümmerte, befasste ich mich mit den Wetterkarten und Voraussagen – kein erfreuliches Bild für das Wochenende. Eine weitere Wetterwarnung wurde für das Gebiet herausgegeben, wobei Böen zwischen 100 – 115 km/h vorausgesagt wurden. Nein, das wäre uns doch etwas zu viel sagten wir uns. Also stornierten wir die bereits bezahlte zweite Nacht, packten nach dem Morgenessen unsere sieben Sachen zusammen und flüchteten vor den kommenden Sturmwinden.

Doch vor der Abreise machten wir uns noch einmal auf und bestiegen die Deichkrone vor dem Zeltplatz. Wir legten uns in den Wind und segelten davon….. nein, das machten nur die Möven und Kormorane. Doch in Schräglage begaben wir uns kurz – der Wind fing uns einige Augenblicke auf. Die Nordsee war zwar recht stürmisch, aber die hohen Wellen blieben noch aus.

Wir fuhren nach Büsum und besuchten die „Sturmflutenwelt Blanker Hans“. Eine interessante, nachdenkliche und beängstigende Ausstellung der grossen Sturmflut vom 16. Februar 1962. Der Mensch und der Kampf ums Meer resp. ums Land wird hier eindrücklich geschildert und nachempfunden. Kurzfristig wird der Besucher ins Jahr 1962 zurückversetzt, in die Nacht in der viele Deiche brachen und die Nordsee Hunderte von Menschenleben forderte. Und dann kommt man aus dieser Welt von mehr als 45 Jahren zurück, in die Wirklichkeit und draussen stehen die Zeichen auf Sturm – live – ja das wirkte schon etwas beängstigend auf uns!

Also es gab für uns kein Halten mehr – ab auf die Autobahn 23 in Richtung Hamburg. Im Landesinnern von Schleswig-Holstein liessen die Winde etwas nach, aber auch auf der Autobahn musste man das Womo stark auskorrigieren, um nicht in den Graben zu fahren.

Jetzt sind wir auf dem Campingplatz von Hamburg im Ortsteil Schnelsen Nord. Der Campingplatz ist sehr sauber, gut eingerichtet und ein netter Empfang – aber kein Internet. Ja, sind denn die lieben Hamburger noch hinter dem Mond??

Auch hier biegen sich die Bäume im Wind, aber wir hoffen, dass uns die Grossstadt etwas Schutz gibt. Hier werden wir noch zwei Tage bleiben, uns die Stadt Hamburg ansehen und dann vor allem die grosse Eisenbahnanlage besuchen. Natürlich ein Highlight für mich als Hobby-Bähnler! Dann wird es unwiderruflich in Richtung Schweiz zurückgehen.

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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