Montag, 05.10.2009 – Norwegen 2009


Montag, 05. Oktober 2009 – Hamburg Stadtbesichtigung, Modelleisenbahn „Miniatur Wunderland“

Wenn Engel reisen, dann strahlt der Himmel! Als wir am Morgen aufwachten – blauer Himmel und keine Wolke zu sehen. Unser zweiter Tag in Hamburg begann also so richtig nach unserem Gusto.

Also ab auf den Bus 191, dann in die U2 bis Jungfernstieg und hinauf ans schöne Wetter. Vor uns lag die Binnenalster und auf der andern Seite das riesige Rathaus, das man kaum auf einmal auf die Foto bringt. Aha, da kommt ja der rote Doppeldecker-Bus und unsere Billete waren noch gültig, wenn man ein Auge zudrückt. Eine Station bis zum Michel und weil es so schönes Wetter war, kauften wir nochmals 2 Tickets und fuhren mit dem Lift auf die 128m liegende Aussichtplattform. Die klare, von gestern frisch gewaschene Luft liess einen weiten Blick die Elbe hinauf, über die verschiedenen Stadtviertel und über das grosse Hafenbecken zu. Die investierten 3 Euro pro Person haben sich wirklich gelohnt. Dann auf den nächsten Bus und nochmals einen Blick hinter die für Frauen verbotene Wand vom Kitz – mit den Doppelstöcker-Bus hatten sie damals nicht gerechnet….! Brigitte….!! (nicht ich) wollte eigentlich noch die Reeperbahn hinunterlaufen und sich die Sexshops und Eroskinos zu Gemüte führen, doch an einem Montagmorgen ist dort tote Hose im wahrsten Sinn! Also sitzen bleiben und bis zur Landungsbrücke ausharren, dann ab in die U3 für eine Station und Richtung alte Lagerhäuser. Wir hatten doch gestern Eintrittskarten für das Miniatur-Wunderland gekauft.
Übrigens war der Fischmarkt wieder trocken, das Wasser zurückgegangen. Die Busbegleiterin erzählte uns, dass das Wasser gestern mit der Sturmflut nicht wie üblich 3.6m anstieg, sondern rund 5.6m…..!!

Das Miniatur Wunderland ist DIE Modelleisenbahn von Europa schlichtweg. Das Bauteam hat im Jahr 2000 begonnen und bereits über 500’000 Stunden in das Wunderland investiert. Zur Zeit besteht die Anlage aus 7 Abschnitten, weitere 4 sind noch bis ins Jahr 2014 geplant. Die aktuellen Daten sind gigantisch und nur die Modelleisenbahn-Freaks wissen, was die Zahlen wirklich bedeuten, resp. was für ein Arbeitsaufwand dahinter steckt:

Zur Zeit hat die Ausstellung eine Fläche von 1’150m2 und wird noch um weitere 650m2 erweitert werden. Es wurden 12’000m Gleis verlegt, darauf fahren 890 Züge mit 14’100 Waggons. Der längste Zug – natürlich im Land der Superlative im Block USA – misst 14.51m. Über 1’200 Signale, 2’500 Weichen und 40 Computer regeln den Verkehr auf der Schiene. Die Umgebung wird von 295’000 Lichtern beleuchtet, von 200’000 Figuren bevölkert und 215’000 Bäume geben der Landschaft ein Gesicht. (Man muss sich das mal vorstellen – für jeden Stadtzürcher 1 Figur oder 1 Baum!!)
Nicht nur Züge fahren, sondern auch der Verkehr auf der Strasse bewegt sich realistisch. Wenn ein Lastwagen abbiegt, so blinkt er, wenn der Fahrer auf die Bremse treten muss, weil ein Lichtsignal auf Rot steht, so leuchten die Bremslichter. Feuerwehrautos sind mit Blaulicht und Sirene im Einsatz wenn es brennt, Busse bringen Passagiere von Haltstelle zu Haltstelle und die Schiffe fahren im Block Skandinavien auf dem Wasser. Und wenn es dunkel wird, dann beginnen die Lichter überall zu brennen – nicht auf einen Klapf, das wäre ja nicht realistisch – nein, dort wird ein Licht angezündet, dann da, und Fahrzeug um Fahrzeug schaltet das Abblendlicht ein. Man(n) könnte da stundenlang zusehen und sich daran ergötzen oder verwundern, was im Modell-Wunderland alles geschieht. Nur zu schnell sind ein paar Stunden vorbei – jedenfalls jederzeit eine Reise wert!

So, jetzt haben wir alles festgezurrt, denn morgen früh wollen wir den Heimweg antreten. Auf der einen Seite könnten wir gut noch ein paar Wochen dranhängen. Auf die andere Seite freuen wir uns auch auf unsere Familie mitsamt Katzen, auf Freunde und Bekannte. … und nicht zuletzt müssen wir wieder einmal unsere Rechnungen bezahlen…..! Also bis auf bald in der Schweiz.

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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