Donnerstag, 17. September 2009 – Norwegen 2009


Donnerstag, 17. September 2009 – Buerbreen, Hardangerfjord, Rosendal, Uskedalen

Es ist noch kühl und nur gerade 9 Grad, doch das Wetter wird immer besser, als wir mit unseren Velos eine kleine Bergstrasse nach Buer hinauf fahren.

Das Ziel ist der Buerbreen, eine Gletscherzunge vom Folgefonn-Gletscher, des 3. grössten Gletschers von Norwegen. Er hat riesige Ausmasse: 205 km2 mit einer Nord-Süd Ausdehnung von 37 km und einer Breite von 16 km. Das Eis ist teilweise noch 300 m tief und man höre und staune: seit 6-8 Jahren ist er über 100 m vorgestossen. Obwohl ein Gletscher für mich als Schweizer nichts Neues ist, überrascht das tiefe Blau des Eises ebenso wie die Höhe der norwegischen Gletscher. Der Folgefonn-Gletscher liegt nur zwischen 1300 und 1600 m.u.M.

Beim Parkplatz auf 250 m Höhe wäre eigentlich Wandern angesagt, aber wir versuchen noch mit dem Drahtesel weiterzukommen. Schon bald aber müssen wir die Übung abbrechen, die Steine sind zu gross. Wir stellen immer wieder fest – Norwegen ist auf Stein gebaut!
Schnell sind die Velos abgeschlossen und zu Fuss geht es steil bergauf. Kleine und grosse Steintritte erleichtern zwar das Fortkommen etwas, doch es ist stellenweise mühsam einen gleichmässigen Tritt zu finden. Links das Tosen des Gletscherbaches und rechts die Ruhe und Stille des Waldes, die nur durch Gezwitscher der Vögel und das Murmeln einiger kleinen Bächlein durchbrochen wird. Stein um Stein geht es aufwärts, links und rechts bereits gelbe Farne und mit Moos bedeckte Steine. Der Herbst hat schon Einzug gehalten. Die Birken sind teilweise schon stark verfärbt und müssen die ersten Blätter fallen lassen. Jetzt lichtet sich der Wald und unvermittelt trifft uns der eisiger Hauch des Gletschers. Weiter geht es über Metallbrücken, an kettengesicherten Abhängen vorbei und über grosse Steinplatten. Plötzlich ist der Weg zu Ende und ein Fixseil hängt an einer kleinen Felswand. Wir klettern hinauf und überwinden das Hindernis. Doch es folgt ein Zweites und Drittes Seil – wie geht es oben wohl weiter? Der Blick weiter hinauf ist nicht verheissungsvoll – glatte Felswände und kein effektiver Weg mehr in Sicht. Da Brigitte nicht 100% Schwindelfrei ist, geben wir auf – schliesslich müssen wir ja auch wieder abseilen.
Zudem sind wir dem Gletscher jetzt so nah gekommen, dass wir die tiefen Abbruchstellen, Schrunde und Spalten wunderbar sehen können. Noch ein paar Fotos und wir treten den Rückweg an. Abseilen, hinabklettern – manchmal auf dem Hosenboden – nach gut 1 Stunde sind wir wieder bei unseren Velos angekommen und wenig später auf dem Campingplatz zurück.

Da es erst 13.30 Uhr ist, beschliessen wir noch einen Ausflug an den Hardangerfjord zu unternehmen. Auf der 551 fahren wir im 11 km langen mautpflichtigen Folgefonn-Tunnel unter dem Gletscher hindurch nach Gjerde an den Fjord. Weiter folgen wir dem Fjord, beobachten in künstlichen Lachsbecken im Fjord die wild herumspringenden Lachse. Die zum Teil enge Strasse ist zum Glück wenig befahren und an einer Stelle sogar mit einem Lichtsignal geregelt. Bei Lofallsstranda treffen wir auf die Rv48, die „mit der Fähre über den Fjord kommt“. Klar, dass hier auch wieder die bis zu 48 to schweren Brummis wie wild um die Kurven kommen, natürlich an den engsten Stellen, das kennen wir nun zur Genüge!
Wir besuchen das Dorf Rosendahl und Uskedalen und sind begeistert von diesem abwechslungsreichen Fjord. Mal ist er eng und schmal mit steilen Felsufern, dann nach der nächsten Kurve wieder weit ausladend und lieblich mit grünen weiten Wiesen und Obstbäumen. Fjord-Norwegen gefällt uns ebenso wie der Süden.

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
Dieser Beitrag wurde unter Norwegen, Norwegen Reiseberichte abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.