Woche 4: Arnarstapi – Borgarnes – Pingvellir über die 50/52

Heute fahren wir wieder ostwärts. Also heimwärts. Rechts den flachen Atlantik, vor uns eine durchschnittlich 5 km breite Ebene und dann links das Vulkangebiet des Snaefelsness-Gebirge welches alles um ein paar hundert Meter überragt. Dazwischen einzelne Wasserfälle, die das ganze etwas abwechslungsreicher gestaltet. So fahren wir heute die 140 km nach Borgarnes ohne je ein Dorf zu passieren. Einzig unterbrochen von Stichstrassen die zu neueren oder auch verlassenen Bauernhöfen führen.

Im Infocenter von Borgarnes werden wir herzlich empfangen. Schliesslich sind wir auch die einzigen Kunden und für uns kann man sich daher Zeit nehmen. Schliesslich möchten wir ja unseren Blogeintrag absetzen und haben schnell das passende Kaffee neben dem Museum der Stadt ausfindig gemacht.

Zur Mittagszeit genehmigen wir uns im Internetcafe ein feines Lammsteack mit Kartoffeln und Gemüse, zum Nachtisch feine Torten und Kaffee a Discretion. Alles zusammen gerade mal IKr. 10’000.- (etwa Fr. 90.- ). Bis anhin lebten wir ja bescheiden und das Geld in der Tasche will partout nicht weniger werden. Jetzt stimmt die Kasse mit dem Budget wenigstens wieder überein.

Kaum sind wir auf die 52-er Naturstrasse abgebogen, beginnt das bekannte Wellblech. Die insgesamt ca. 4 m breite Strasse hat links und rechts einen unbefestigten Kiesstreifen und von den verbleibenden 3 m sind zwei anfänglich gute Spuren vorhanden. Die immer wieder mit Tafeln „Blindhead“ markierten Kuppen entpuppen sich mit der Zeit als wahre Fragezeichen. Wohin führt die Strasse nach der Kuppe? Hat es Gegenverkehr? Wie steil geht’s abwärts?

Wir kommen hier mit ca. 70 km/h gut voran. Wenn die Motordrehzahl sinkt und es noch schwammiger wird, dann kann wohl nur das grösser werdende Welchblech schuld sein. Also einfach mehr Gas geben sonst rüttelt und schüttelt es noch gewaltiger. Mit seiner kilomterlangen, meist stehenden Staubfahne kündigt sich der Gegenverkehr schon frühzeitig an. Nichts von „Blindhead“ oder so und ja nicht mit zu viel Geschwindigkeit versuchen aufs Seitenkies auszuweichen wenn das Auto vor der Staubfahne sichtbar wird. So donnern beide Autos auf den gleichen Fahrspuren gegeneinander, verringern im letzten Moment das Tempo und kreuzen praktisch im Schrittempo einander. Aber aufgepasst, immer wieder kommen ausgetrocknete Furten, bei denen zwar nicht das Wasser aber die grossen Steine ein langsameres Fahren erzwingen. Auch die Steilstrecke kurz vor Pingvellir hat es in sich. Etwa 15 % bergabwärts und Wellblech der gröbsten Sorte. Der Dieseltreibstoff kommt das erste Mal zum Schäumen, was wir unten unschwer an der total verschmutzten Tankkappe und deren Umgebung ablesen können.

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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