Frühling in Zernez

holzDie Blumenwiesen im Tal leuchten vorwiegend Gelb der Sonne entgegen. Oberhalb der Waldgrenze finden wir noch immer eine kompakte Schneedecke. Kein Wunder, dass die Skifahrer am Diavolezza bis zur Talstation wedeln können. Für uns heisst es jetzt den Winterspeck durch leichte Wanderungen möglichst schnell loszuwerden. Darum sind wir morgens losgezogen um zur Alp Munt (N46 42.297E19 04.433 1880 müM) zu wandern. Doch bereits am Anfang ist ein reissender Bach zu überqueren, den man wohl etwas weiter oben auch über eine Schneebrücke überqueren könnte. Die Frage stellt sich nur: Hält die Schneebrücke unserem Winterspeck stand? Wir beschliessen, mit einem grossen Satz das Hindernis zu überqueren. Kleinere Personen dürften dabei etwas Mühe haben und ihr erstes Souvenir in Form von nassen Socken mit nach Hause tragen. Weiter oben liegen zahlreiche Fichten kreuz und quer durcheinander. Sie haben der Last vom vielen $chnee nicht Standgehalten und sind einfach mitsamt den Wurzeln umgekippt. Teilweise sind die Wege bereits geräumt, Richtung Punkt 1757 (N46 41.703 E10 04.694) versperren aber noch viele Fichten den Weg sodass wir beschliessen ein anderes Ziel zu wählen.
Um diese Jahreszeit eine lohnende Wanderung ist die nach Sivü (N46 43.106 E10 05.671 1780 müM). Etwas oberhalb der Kirche von Zernez beginnt der Anstieg und findet etwa auf der Höhe der Starkstromleitung in einen horizontalen Verlauf in etwa 1 Stunde das Ziel von Sivü. Auch hier gilt es einen Lawinenkegel zu durchschreiten. Etwas später treten wir beinahe auf eine Kreuzotter. Wie erstarrt liegt das Weibchen etwas abseits vom Schnee und rührt sich auch nicht, als ich es mit dem Stock etwa einen halben Meter wegbugsierte. Doch plötzlich, wie beim drehen eines Schalters ist sie quiqlebendig und sucht möglichst schnell einen Unterschlupf. Uebrigens, das Weibchen ist vorwiegend bräunlich gefärbt und beinahe ohne die typischen Kreuzotter Muster.
Eine weitere lohnende Wanderung ist die nach Pradea (N46 41.260 E10 03.895 2057 müM). Auf sanft ansteigenden Waldwegen geht es hier hinauf zur privaten Hütte von Pradea. Unterwegs treffen wir auf viele Haare – vermutlich von einer verendeten Hirschkuh. Vogelfedern und ein bestialischer Gestank lassen vermuten, dass das verendete Tier bis vor kurzen hier gelegen haben muss bevor es weggeräumt wurde. Vielleicht von einem Fuchs oder dann von einem Jäger.

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Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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